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Am 07.10.2006 wurde ich zu dem Besitzer einer Schäferhündin gerufen. Er hatte meine Telefonnumer der Zeitung entnommen, in der ich unsere Hunde zur Vermittlung inseriert hatte.
Dort angekommen erzählte mir der junge Mann, dass er und seine Frau die gemeinsame Schäferhündin Shira sehr lieben, dass sie aber nicht ausreichend Zeit für sie haben und dass sie sich deshalb schweren Herzens von ihr trennen müssen. Er bat mich darum, Shira sofort mitzunehmen, solange seine Frau nicht zu Hause ist, da es ihr noch schwerer falle, sich von ihr zu trennen. Ich nahm Shira selbstverständlich mit, bat ihn aber darum, zusammen mit seiner Frau am nächsten Tag zu mir zu kommen, damit sie mir zum einen mehr über die Hündin und zum anderen auch mehr über ihre Situation und über sich erzählen.
Als er am gleichen Abend anrief und sich nach Shira erkundigte, wusste ich, dass sie die Hündin wirklich lieben.
Es stellte sich heraus, dass Shira an einem sogenannten Zwingerkoller leidet. Sie dreht sich im Kreis und versucht dabei, sich in den Schwanz zu beissen. Zusätzlich ist sie extrem hyperaktiv und kommt überhaupt nicht zur Ruhe. Schon nach kurzer Zeit war für mich ihr Verhalten nicht mehr ertragbar und da bei mir noch 4 Junghunde, die zur Vermittlung sind, leben, habe ich Shira zu diesen Hunden dazu getan in der Hoffnung, da sie fast gleich Alt sind, dass sie miteinander spielen und toben und sie sich dabei auspowern kann. Meine Hoffnung erfüllte sich aber nicht, da die 4 Shira nicht in ihrem Rudel akzeptierten und sie, ganz im Gegenteil dazu, was ich erwartete, richtig ängstlich reagierte. Da in unserem Haus genügend Hundezimmer vorhanden sind, gab ich Shira in ein Einzelzimmer in der Hoffnung, dass sie dann etwas zur Ruhe bekommt und ein wenig schläft. In dem Zimmer befand sich eine Couch, die sie schon nach kürzester Zeit vollkommen zerlegt hatte. Aber sie fand wohl doch Ruhe, denn nachts schlief sie für einige Stunden.
Gleich am nächsten Tag spätvormittags kamen ihre noch jungen Besitzer. Die Frau sass erst noch einige Minuten im Auto und ich konnte anschliessend sehen, dass sie fürchterlich geweint hatte. Ihr schien die Trennung von Shira extrem viel auszumachen. Sie war auch anfangs nicht zu beruhigen, obwohl sie sehen konnte, wie glücklich Shira mit all den anderen Hunden im Garten tobte und wie gut es ihr ging.
Wir setzten uns dann zusammen und ich stellte viele Fragen. Dabei stellte sich heraus, dass die Annahme, dass sie nicht ausreichend Zeit für die Hündin haben, nicht von ihnen selber, sondern von Nachbarn, Bekannten, Verwandten und Freunden kam, denn die Frau ist 1,5 Tage in der Woche ganz daheim und kommt mittags für 2-3 Stunden nach Hause. Ebenfalls stellte sich heraus, dass sie nicht schuld an ihrem Verhalten sind, dass die Hündin dieses Verhalten bereits hatte, als sie mit einem halben Jahr zu ihnen kam. Sie hatten viel mit ihr gearbeitet und auch schon viel mit ihr erreicht. Alles in allem lernte ich die beiden zwar noch als sehr jung, aber schon sehr verantwortungsvoll und liebe Menschen kennen, die auch sehr liebevoll mit Shira umgehen. Sie hatte sich riesig gefreut, die beiden wieder zu sehen.
Wir sprachen dann sehr lange über die Situation und einigten uns letztlich darauf, dass es nur 2 Möglichkeiten gibt, um ein Happyend zu erreichen. Entweder Shira bleibt zur Vermittlung und ich suche für sie ein neues, liebevolles Zuhause oder die beiden nehmen Shira wieder mit, dann aber nur mit einem zweiten, gleich alten Hund. Um das ausreichend zu überlegen und zu besprechen, fuhren beide erstmal zum Essen.
Als sie dann 2 Stunden später wieder kamen, waren sie sich einig darin, Shira wieder mitzunehmen und einen zweiten Hund dazu. Da sich Shira bei mir sofort mit Estera, einer unserer Junghündinnen, angefreundet hatte, entschieden die beiden sich für sie. Ich gab ihnen dann noch eine Menge Tips mit auf den Weg und natürlich versprach ich ihnen, jederzeit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Selbstverständlich werde ich die nächste Zeit auch mal öfter hinfahren und mithelfen, dass diese Konstellation auch sicher funktioniert.
So wurde aus einem anfänglichen Drama doch noch ein Happyend!
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