Tour nach Bukarest
30.03. - 07.04. 2003

Start: 30.03. gegen 11.00 Uhr

Diesmal fuhren wir mit zwei Autos: Bernd Zirfas mit seinem und ich mit meinem alten, 18 Jahre alten Citroen. Wir hatten uns entschlossen, mit zwei Autos zu fahren, da wir dann ein bisschen mehr an Hilfsgütern mitnehmen konnten.

Wir hatten tagsüber wunderschönes Wetter mit strahlendem Sonnenschein. Bis hinter Budapest ging alles super gut. Leider wurde Bernd hier - inzwischen war es Nacht geworden - von zwei Männern mit einem Trick zum Anhalten gebracht und einer der Männer stahl ihm seine Tasche mit den Papieren. Gott sei dank hatte er kurz vorher noch seinen Reisepass aus der Tasche genommen und sein Geld trug er am Körper. Aber der Fahrzeugschein war weg und ich ahnte, dass wir an der rumänischen Grenze Probleme bekommen werden, was dann auch so war.
Zuerst bekam ich Probleme, da ich vollkommen übersehen hatte, dass auf der grünen Versichertenkarte mein altes Autokennzeichen stand (ich hatte zwei Wochen vorher mein Auto umgemeldet). Sie liessen mich so, obwohl alle anderen Daten übereinstimmten - nicht über die Grenze. Tja und Bernd kam ohne Fahrzeugschein ebenfalls nicht rüber, so dass wir beide zurück nach Ungarn fahren mussten.

Dort suchten wir mitten in der Nacht eine Polizeidienststelle, damit Bernd den Diebstahl melden konnte, denn mit dem Schreiben der Polizei hofften wir, dann doch noch über die Grenze zu kommen. Als wir endlich die Polizeidienststelle fanden, war es 03.00 Uhr mitten in der Nacht. Es dauerte 3 Stunden, bis Bernd wieder rauskam. Er liess sich von seiner Frau noch eine Kopie des Fahrzeugbriefes an das Faxgerät der Polizei faxen, so dass er wenigstens eine Kopie des Briefes an der Grenze vorweisen kann.

Ich sass die ganze Nacht im Auto und überlegte verzweifelt, was ich machen könnte. In der Früh, nachdem ich bereits 24 Stunden wach war, kam mir dann die Idee, neben das Kennzeichen die Fahrzeugidentnummer zu schreiben.

So gewappnet fuhren wir am nächsten Morgen, nachdem wir beide ca. 1 Stunde im Auto geschlafen hatten, wieder an die Grenze. Diesmal allerdings an eine andere Grenze. Und wir kamen beide ohne Probleme rüber *puuuuuh*. Mir ist vielleicht ein Stein vom Herzen gefallen.

Anschliessend fuhren wir zu Andreas nach Sintana. Da wir beide jetzt extrem müde und kaputt waren, beschlossen wir, diesen Tag mit Andreas zu verbringen und noch 1 Nacht dort zu schlafen, bevor wir weiterfuhren nach Bukarest.

Wir besuchten mit Andreas die Strassenkinder von Arad und Andreas zeigte uns einige Plätze, wo diese Kinder “leben” (Fotogalerie). Viele Strassenkinder leben in Kanälen oder Schächte, durch welche die heissen Abwasserrohe führen. Einen dieser Schächte sahen wir uns an. Aus dem Schacht kam ein unbeschreiblicher Gestank; es roch nach alten Klamotten, alten feuchten Matratzen zusammen mit der Hitze von dem Abwasserrohr - es war unerträglich. Diesen Gestank kann man nicht beschreiben... und hier leben diese Kinder...

Abends sind wir dann schon um 21.00 Uhr todmüde ins Bett gefallen.

Am nächsten Morgen starteten wir schon um 08.00 Uhr nach Bukarest. Auf dieser Strecke ging alles soweit gut. Bis kurz vor Bukarest waren die Strassen auch einigermassen befahrbar. Allerdings mussten wir die letzten km auf der Autobahn im Schritttempo fahren, da der ganze Strassenbelag aufgeplatzt war und riesige Krater in der Strasse hinterlassen hat. Genau dieselbe Situation fanden wir dann in Bukarest vor. Wir fuhren extrem langsam und in Schlangenlinien um die Krater herum. Puuh waren wir froh, als wir endlich beim Büro von Jean-Alain ankamen und die Autos stehen lassen durften.

Auch diesmal wieder durften wir während unseres Aufenthaltes bei Jean-Alain und seiner Frau Ileana wohnen (Fotogalerie).

Wir verteilten am nächsten Tag die mitgebrachten Sach- und Geldspenden. Ein Teil ging zu Mia’s Children. Wir brachten die Sachen persönlich vorbei und lernten bei der Gelegenheit auch Costel und einige der Kinder kennen (Fotogalerie).

Ein anderer Teil wurde an Romhelp übergeben. Da gerade Schulunterricht für Strassenkinder stattfand, durften wir den Klassenraum besichtigen und den Kindern über die Schultern schauen. Sie zeigten uns ganz stolz ihre Hefte und was sie gerade geschrieben hatten. Ich war wirklich sehr positiv überrascht, wie schön diese Kinder ihre Aufgaben erledigten (Fotogalerie).

Ausserdem überbrachten wir auch die ganzen Medikamente und Nahtmateriel, welches für den Tierarzt bestimmt war, an Dr. Fulger. Jean-Alain hat ihm die jeweilige Packungsbeilage übersetzt, wobei Herr Dr. Fulger anhand der Inhaltsstoffe sehr gut zurechtkommt. Er hat sich sehr gefreut über die Sachen, die er gut gebrauchen kann, kümmert er sich doch unentgeltlich um die Strassenhunde (Fotogalerie).

Bei Dr. Fulger war gerade ein junges Pärchen, die einen kleinen Welpen zur Untersuchung brachten. Da der Kleine wirklich extrem knuffig war, fragte ich sie, wo sie ihn her hätten. Sie erzählten mir dann, dass sie ihn auf der Straße gefunden haben und ihn jetzt bei sich aufnehmen und ihn behalten (Fotogalerie).

Wiederum ein Teil, vor allem die Medikamente aus der Humanmedizin und die Babyartikel, die Bernd mitbrachte, gingen an ein Kinderkrankenhaus, welches wir zusammen besuchten und bei der Gelegenheit die Sachen persönlich übergaben. Jean-Alain besucht die Kinder hier sehr oft und bringt jedesmal Getränke, wie Limonade (die es hier nicht gibt) und Joghurt mit. Die Kinder haben sich riesig gefreut, ihn zu sehen.

Im gleichen Krankenhaus besuchten wir auch eine Ordensschwester, die vor 2 Jahren mit einer Gruppe nach Rumänien kam und als sie das Elend hier miterlebte, entschloss sie sich sofort, hier zu bleiben. Seit 2 Jahren opfert sich diese Frau trotz ihres bereits hohen Alters (sie ist über 70 Jahre alt) auf und kümmert sich tagtäglich um die Babys in diesem Krankenhaus. Babys, die von ihrer Mama einfach dagelassen wurden und um kranke/behinderte Babys. Sie organisiert Windeln, Babyflaschen, Sauger, Hygieneartikel und auch sonst noch alles, was hier benötigt wird. “Sister of mercy dundee”, wie sie hier liebevoll genannt wird, hat sich riesig über unseren Besuch und über die Sachen, die Bernd mitbrachte, gefreut. Wirklich eine bemerkenswerte Frau!

Mit einem lauen Gefühl in der Magengegend besuchten wir auch wieder das Gelände von Arca lui Noe. Immerhin hatte ich wieder einen grossen Geldbetrag mitgebracht und wollte mich natürlich persönlich davon überzeugen, dass das Geld auch wirklich den Hunden zugute kommt. Nach dem letzten Besuch erwarteten wir das schlimmste, waren dann aber positiv überrascht, dass sich tatsächlich für einige der Hunde die Situation etwas verbessert hat. Immerhin wurde hinter dem Schweinemastgebäude ein Zaun gezogen, so dass eine Gruppe von Hunden auf einem grossen Gelände frei rumlaufen dürfen. Dort stehen ausreichend Hundehütten und die Hunde haben einen direkten Zugang zu einer der Hallen, so dass sie sich bei schlechtem Wetter jederzeit zurückziehen können.
Leider ging es den Hunden in der 1. Schweinemasthalle noch nicht viel besser. Immerhin war es diesmal heller und wärmer (es war ja auch schon März) und der Boden war nicht ganz so voll mit Exkrementen. Die Vizepräsidentin erzählte uns, dass geplant ist, neben der Halle wiederum einen Auslauf für diese Hunde zu bauen, mit eingezäunten Zwingern. Sobald dieser Auslauf fertig ist, wäre der Zustand für diese Hund auch akzeptabel.
Leider waren viele der Hunde, die sich auf dem vorderen Gelände befanden, krank. Sie litten an Demotikose und Räude. Die Vizepräsidentin erklärte uns, dass diese Hunde in Behandlung sind. Ich fand es allerdings mehr als leichtfertig, dass die kranken Hunde nicht von den gesunden getrennt wurden.
Gut, es ist noch lange nicht so, dass es ein Vorzeigetierheim ist, aber immerhin haben sich die Zustände doch ein wenig gebessert. Es wäre also schon sehr wichtig, dass wir Arca lui Noe weiterhin mit Geldspenden unterstützen, damit auch die restlichen Hunde noch ein lebenswertes Leben führen dürfen (Fotogalerie).

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes hatten wir die Gelegenheit, mehrere Strassenkinder zu treffen und sogar in 2 Kanäle hinunterzusteigen. Dort, wo es durch die Heisswasserrohre unerträglich warm und stickig ist, wo ständige Dunkelheit herrscht, dort leben diese Kinder. Sie haben sich Kartons auf die Heisswasserrohre gelegt und darauf alte Matratzen oder Decken, auf denen sie schlafen. An einem Heisswasserrohr ist ein Wasserhahn, dort haben sie sich einen Schlauch angeschlossen, so dass sie sogar ihre eigene Wasserleitung haben, wo sie sich waschen, Zähne putzen, auch mal ihre Kleidung waschen und ihr “Geschirr”. Obwohl es mir sehr schwer gefallen ist, dort hinunterzuklettern - wobei das runterkommen nicht so schwierig war, wie das wieder rauskommen über die schmale Eisenleiter mit zum Teil defekten Querstreben - es war doch wichtig für mich, mir das mal mit eigenen Augen anzusehen. Bis jetzt konnte ich nur gehörtes erzählen, jetzt weiss ich, wie diese Kinder leben... (Fotogalerie)

Am 05.04. starteten wir wieder Richtung Heimat, nachdem wir vorher die 6 Hunde übernommen hatten, die wir diesmal mit nach Deutschland nehmen wollten (Fotogalerie). Jean-Alain hat alle diese Hunde wunderbar für die Reise vorbereitet, hat sie mehrmals entwurmt, alle komplett dem Alter entsprechend geimpft und übergab uns die Hunde mit offiziellem Gesundheitszeugnis. Die Hunde sahen klasse aus, waren absolut freundlich und lieb und in einem sehr guten Gesundheitszustand.

Wir starteten gegen 09.00 Uhr und fuhren dann durch bis nach Sintana zu Andreas, wo wir die Hunde im Garten alle laufen lassen und wir übernachten durften. Am nächsten Morgen fuhren wir dann weiter nach Wien zu Claudia Danko, die uns zusammen mit ihrer Familie herzlichst aufnahm und uns gleich mit Kaffee und leckerstem Essen versorgte (Fotogalerie). Auch die Hunde durften wir dort alle frei laufen lassen. Claudia hatte mir ein Nachtlager im Wohnzimmer auf der Couch gerichtet, damit ich in der Nähe der Kleinen bin. Das wiederum war zwar sehr lustig, denn die Kleinen sprangen die ganze Nacht auf mir rum, aber ich bekam leider nicht sehr viel Schlaf.

Am Montag früh fuhren wir dann weiter nach Weyarn (hinter München), wo vier der Hunde bei Margreet und Dorus, ihren Pflegeeltern, bis zur Vermittlung leben dürfen (Fotogalerie). Zwei der Hunde nahm ich mit zu mir, da sie bereits im Vorfeld ein neues Zuhause gefunden hatten.

So war auch diese Hilfs- und Rettungsfahrt gut zu Ende gegangen. Die nächste Fahrt ist bereits schon wieder für Ende Juni geplant. Meine Mitfahrerin wird dann Steffi, Bernds Frau, sein.

Leider hat diese Fahrt auch wieder das Spendenkonto meiner Initiative arg strapaziert. Deshalb möchte ich hier um Spenden bitten. Auch jeder Euro hilft. Spenden bitte auf folgendes Konto:

Sparkasse Fürth, Konto: 9705674, BLZ: 762 500 00, Betreff: “Streunerhunde”

Kosten

Benzin

 

 

167,31 €

 

 

 

 

Handygebühr: 40,00 DM dav. 80 %

 

32,00 €

 

 

 

 

Autobahngebühren Österreich

 

7,60 €

 

 

 

 

Autobahngebühren Ungarn

 

 

33,10 €

 

 

 

 

Sonstige Kosten

 

 

9,86 €

 

 

 

 

Gesamtkosten

 

 

249,87 €