Die Geschichte von Gera

Gera ist eine schon etwas ältere, ca. 5-8 Jahre alte Retriever-Mischlingshündin, die am 17. August aus Kroatien nach Deutschland kam, weil ihr eine Familie aus Berlin ein liebevolles Zuhause geben wollte. Eine Familie, die laut eigener Aussage schon immer ältere und kranke Hunde hatte und die auch jetzt wieder eine Hündin nehmen wollten, die sonst keiner haben will, egal wie alt und egal ob und wie krank.

Bis zur Weiterfahrt zur neuen Familie, 2 Tage später, kam Gera zu mir in Pflege. Als ich eine Geschwulst an ihrer Seite feststellte, rief ich die neue Familie an, um sie darüber zu informieren. Das neue Frauchen sagte mir am Telefon, dass es ihr egal ist, ob sie krank ist, dass sie das ja auch immer wieder vorher erwähnt hat und dass sie sich schon alle so sehr auf Gera freuen.

1 Stunde später teilte sie mir allerdings per e-mail mit, dass sie sich jetzt anders entschieden haben, Gera nicht nehmen werden, sondern lieber eine jüngere, gesunde Hündin möchten.....

Gleich am nächsten Tag fuhr ich mit Gera in die Tierklinik, um sie komplett durchchecken zu lassen, hauptsächlich aber wegen der Geschwulst. Bei der Untersuchung wurden mehrere Kirsch grosse Tumore an beiden Milchleisten gefunden, die lt. der Tierärztin dringend entfernt werden müssen. Zusätzlich wurde Gera Blut abgenommen für ein grosses Blutbild und für einen Mittelmeercheck. Die Tierärztin wollte sicher stellen, dass Gera keine der üblichen Mittelmeerkrankheiten, wie Erlichiose, Leishmaniose oder Babesiose hat.

Schon während der Untersuchung entschloss ich mich, Gera auf jeden Fall operieren zu lassen. Die Tierärztin hat geplant, ihr bei einer ersten Operation eine Milchleiste zu entfernen, sie zu kastrieren und von der Geschwulst eine Biopsie zu machen. 3 Monate später, sobald sie sich wieder erholt hat, ist dann die zweite OP mit Entfernung der zweiten Milchleiste geplant.

Leider haben wir inzwischen das Ergebnis der Blutuntersuchung bekommen. Gera leidet zusätzlich an Babesiose (ähnlich der Borreliose beim Menschen). Bei den Babesien handelt es sich um Blutparasiten, die die roten Blutkörperchen zerstören. Da die Entfernung der Milchleiste eine sehr grosse Operation ist, muss Gera vorher 100%ig gesund sein, sodass wir jetzt zunächst die Babesiose behandeln müssen. Gera hat dazu heute, am 30.08.05 eine Spritze bekommen, die in 14 Tagen wiederholt wird. Lt. Tierärztin ist das Medikament sehr wirksam und das ist ausreichend, um die Babesien komplett loszuwerden.


NACHTRAG: Gera wurde zwischenzeitlich operiert und hat sich super gut erholt. Nicht nur dass sie die Operation gut überstanden hat, sie hat auch bei einer super lieben Familie in der Nähe von Würzburg ein neues Zuhause gefunden.
In 3-4 Monaten wird sie dann noch einmal operiert werden müssen; dann muss die 2. Milchleiste entfernt werden. Die Prognose ist aber sehr gut, denn diese Art Tumor beschränkt sich auf die Milchleisten und mit Entfernung beider dürfte alles weg sein und Gera noch ein langes, gesundes und vor allem glückliches Leben haben.

Von ganzem Herzen möchte ich allen Spendern für die enormen Zuwendungen danken. Nur dank Eurer Hilfe konnte Gera überhaupt operiert und letztendlich gesund werden.

KOSTENAUFSTELLUNG

Rechnung vom 19.08.2005
(Kopie hier)

        134,25 €

Rechnung vom 30.08.2005
(Kopie hier)

11,18 €

Rechnung vom 14.09.2005
(Kopie hier)

4,78 €

Rechnung vom 26.09.2005
(Kopie hier)

44,08 €

Rechnung vom 25.10.2005
(Kopie hier)

596,89 €

Rechnung vom 29.11.2005
(Kopie hier)

51,48 €

Gesamt:

842,66 €

ZUWENDUNGEN

Petra Hilverda, 24.08.05

10,00 €

Friedensfee, 24.08.05

5,00 €

Uta Seier-Maltz, 20.08.05

30,00 €

Reinald Wulf, 13.09.05

50,00 €

Gabriele Palm, 25.08.05

50,00 €

Daniela Palancianu, 02.09.05

7,50 €

Sanja Muric, 22.09.05

15,00 €

Sigrid Kastl, 26.09.05

15,00 €

Sonja Kimpflein, 12.10.05

405,00 €

Manu Röthenbacher, 18.10.05

30,00 €

Susanne Schürken-T., 18.10.05

10,00 €

Maria Müller, 05.10.05

25,00 €

Gabi Eiffler, 08.11.05

30,00 €

Marion Oezmert, 06.12.05

50,00 €

Stefan u. Carmen, 08.12.05

30,00 €

Gesamt:

762,50 €

linie124

Die Geschichte von Trixie

Trixie kam am 17. August 2005 zusammen mit einigen anderen Hunden aus Kroatien nach Deutschland, weil sich für sie eine liebevolle Pflegefamilie gefunden hatte. Leider schlupfte Trixie gleich beim ersten Spaziergang aus dem Geschirr, lief davon und lies sich nicht mehr einfangen.

Als sie sich auch bis Montag, den 22. August, nicht einfangen lies, wurde ich gebeten, zusammen mit Gera, einer Hündin, die ebenfalls aus Kroatien kam und die Trixie sehr gut kennt, nach Baumfels (Nähe Wetzlar) zu fahren, um zusammen mit Gera zu versuchen, Trixie wieder einzufangen.

Ich bin also am 22. August abends gegen 19.30 h dort angekommen. Von 19.30 h bis 00.30 h sind wir dann dort in der Gegend rumgelaufen und haben Trixie gesucht, aber leider nicht einen Schatten von ihr gesehen. Igel, Katzen aber keine Trixie. Da bereits mehrere Personen versucht hatten, sie einzufangen, ist ihre Panik natürlich immer grösser geworden, da sie ja nicht verstehen konnte, was die alle von ihr wollten.

Auf jeden Fall wollte ich eigentlich bei Freunden übernachten, da mich aber alle, die nach Trixie suchten baten, dort in der Nähe zu übernachten und es am nächsten Morgen wieder zu versuchen, blieb ich und übernachtete in einer Pension. Die Kosten für die Übernachtung wurden von einer ganz lieben Frau übernommen, wie auch mein Abendessen, was ich dann nachts um 00.30 h, als Gera und ich nicht mehr laufen konnten, noch schnell zu mir nahm. Hungrig wäre es sicher keine gute Nacht geworden.

Gera, das liebe alte Mädchen, war überall mit dabei und hat alles Schwanz wedelnd mitgemacht (eine Traumhündin fand jeder). Im Zimmer warf sie sich dann aufs Bett (nachdem ich vorher eine mitgebrachte Decke draufgelegt hatte) und kugelte sich dort rum, versuchte, sich ihr Nest zu bauen und liess es sich gutgehen. Ich legte mich auch hin, konnte aber nicht wirklich schlafen. Ich musste ständig an Trixie denken (obwohl ich sie ja gar nicht kannte). Gottseidank hab ich dann doch ein paar Stunden geschlafen.

Bereits um 06.00 h stand ich wieder auf und um 07.00 Uhr frühstückte ich noch schnell eine Kleinigkeit. Ich hatte aber nicht wirklich Ruhe zum Essen, denn ich wusste, dass ich spätestens um 10.00 h wieder losfahren muss Richtung Heimat, da ich um 14.00 h einen Termin hatte. Also bin ich gleich wieder los und war schon um 07.30 wieder dort, wo wir den Abend vorher schon ständig gesucht hatten. Ich war richtig froh, dass noch niemand da war und ging dann auch gleich los. Ich ging erst über die Wiesen, dann eine lange Strasse lang, wieder ums Eck, dann kam links ein schmaler Weg und als ich da vorbeiging, sah ich sie. Als hätte sie auf mich gewartet. Ich tat dann so, als würde sie mich nicht interessieren und ging mit Gera ein kleines Stückchen weiter. Blieb dann wieder stehen und schaute aus dem Augenwinkel, ob sie uns nachkommt. Sie kam. Also ging ich wieder ein Stückchen usw. Und mit jedem Mal verringerte sich der Abstand zwischen Gera und Trixie.

Als ich dann schon wieder in der Nähe von dem Parkplatz war, wo mein Auto stand (genau in diesem Moment kam Helga, die Trixie ebenfalls suchte mit dem Auto angefahren; ich war froh, dass sie die Situation sofort erfasste und im Auto sitzen blieb), lief Trixie auf einmal los und schmiss sich vor Gera auf den Rücken und wedelte mit dem Schwanz und freute sich einfach riesig, dass endlich jemand da war, den sie kannte. Und damit hatten wir gewonnen. Ich ging dann ganz langsam, ohne Trixie weiter zu beachten in Richtung Spielplatz (das hatte ich vorher schon geplant, denn der Spielplatz ist eingezäunt und hat vorne ein Türchen, was man schliessen kann) und dann durchs Türchen rein und Trixie folgte uns. Sobald wir im Spielplatz waren, schloss ich die Tür und setzte mich auf den Boden und fing an, mit Gera zu schmusen und zu toben. Trixie lief ständig um mich rum, schnupperte auch schonmal an meiner Hand, traute mir aber noch nicht so richtig. Aber sie kam immer näher, bis ich sie dann nehmen konnte. Ich nahm sie auf den Arm und in dem Moment hatte ich das Gefühl, wie wenn eine grosse Last von ihr gefallen ist. Es kam so ein richtiger Stossseufzer von ihr. Sie blieb dann auf meinem Arm und ich konnte sie ins Auto tragen.

Helga kam sofort erleichtert auf mich zu und ihre erste Frage war, ob ich bereit wäre, Trixie mit zu mir zu nehmen. Worauf ich ihr sagte, dass ich Trixie sowieso in Gedanken versprochen hab, sie mit zu mir zu nehmen. Ihr fiel ein Felsbrocken von der Seele.

Anschliessend hielten wir noch kurz auf dem Lidl Parkplatz, wo mir die Pflegemama noch Trixies Papiere übergab und dann machten wir uns sofort auf den Rückweg. Immerhin hatte ich noch 320 km vor mir und so richtig fit war ich nach all dem auch nicht mehr.

Gera, dieser Schatz, hat das alles übrigens ohne geringste Probleme mitgemacht. Zuhause trug ich Trixie erstmal rein, weil sie so klein ist, dass ich kein passendes Halsband dabei hatte. Aber ich fand dann noch ein altes, was passt und dann bin ich mit Gera, Trixie und meinen beiden eigenen Hunden erstmal Gassi gegangen. Trixie war ängstlich und erschrak bei jedem Auto (und bei uns fahren sehr viele, weil ich ja an der Hauptstrasse wohne). Sie weicht dann jedesmal zurück, aber mit ruhiger Stimme und konsequentem Weitergehen, geht sie auch mit. Auch, weil ja die anderen Hunde dabei sind und sie sich natürlich an ihnen orientiert.

Sagenhaft, was in 24 Stunden alles passieren kann. Über diese Geschichte könnte man einen ganzen Roman schreiben und das sogar mit Happyend!